§ 21 DDG Beirat

  1. Bei der Koordinierungsstelle für digitale Dienste wird ein Beirat eingerichtet.
  2. Der Beirat besteht aus den folgenden 16 Mitgliedern:
    1. vier Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft,
    2. acht Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, einschließlich Verbraucherverbänden, und
    3. vier Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaftsverbänden.
    Unternehmen können nicht Mitglieder des Beirats sein. Die Vertreterinnen und Vertreter sollen hinsichtlich der Art und Weise der Tätigkeit digitaler Dienste über besondere rechtliche, wirtschaftswissenschaftliche, sozialpolitische oder technologische Erfahrungen oder über ausgewiesene einschlägige wissenschaftliche Kenntnisse verfügen.
  3. Der Beirat hat die Aufgabe,
    1. die Koordinierungsstelle für digitale Dienste und die weiteren zuständigen Behörden nach § 12 Absatz 2 und 3 in grundsätzlichen Fragen der Anwendung und Durchsetzung der Verordnung (EU) 2022/2065 zu beraten,
    2. der Koordinierungsstelle für digitale Dienste und den weiteren zuständigen Behörden nach § 12 Absatz 2 und 3 allgemeine Empfehlungen zur wirkungsvollen und einheitlichen Durchführung der Verordnung (EU) 2022/2065 vorzuschlagen und
    3. wissenschaftliche Fragestellungen, insbesondere auch zum Umgang mit Daten, an die Koordinierungsstelle für digitale Dienste und die weiteren zuständigen Behörden nach § 12 Absatz 2 und 3 heranzutragen.
  4. Die Mitglieder des Beirats werden vom Deutschen Bundestag vorgeschlagen und für die Dauer der Wahlperiode des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr berufen. Sie bleiben nach Beendigung der Wahlperiode des Deutschen Bundestages noch so lange im Amt, bis die neuen Mitglieder berufen worden sind. Die Mitglieder des Beirats können auf ihre Mitgliedschaft verzichten. Der Verzicht ist gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz schriftlich oder elektronisch zu erklären. Hierüber ist das Bundesministerium für Digitales und Verkehr vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zu unterrichten. Scheidet ein Mitglied vorzeitig aus, so ist unverzüglich an seiner Stelle ein neues Mitglied zu berufen.
  5. Die Mitglieder des Beirats sind in der Ausübung ihrer Tätigkeit im Beirat unabhängig, unterliegen keinen Weisungen und sind ausschließlich dem öffentlichen Interesse verpflichtet.
  6. Der Beirat gibt sich eine Geschäftsordnung.
  7. Der Beirat wählt nach Maßgabe seiner Geschäftsordnung aus seiner Mitte ein vorsitzendes und ein stellvertretendes vorsitzendes Mitglied.
  8. Für den Beirat unterhält die Bundesnetzagentur eine Geschäftsstelle. Diese Geschäftsstelle muss angemessen ausgestattet werden.
  9. Die Mitglieder des Beirats erhalten Ersatz von Reisekosten und ein angemessenes Sitzungsgeld, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Benehmen mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr festsetzt.
  10. Der Beirat soll mindestens einmal im Vierteljahr zu einer Sitzung zusammentreten. Sitzungen sind anzuberaumen, wenn die Koordinierungsstelle für digitale Dienste oder mindestens drei Mitglieder die Einberufung beantragen. Die oder der Vorsitzende des Beirats kann jederzeit eine Sitzung anberaumen. Der Beirat kann andere Einrichtungen und Gruppen im Rahmen seiner Tätigkeit in geeigneter Form einbeziehen.
  11. Die Sitzungen sind öffentlich, soweit der Beirat nach Maßgabe seiner Geschäftsordnung nichts anderes beschließt. Die schriftlichen Dokumente des Beirats wie Berichte, Empfehlungen, Gutachten und Positionspapiere sind entsprechend den Vorgaben für die Koordinierungsstelle für digitale Dienste nach § 17 Absatz 3 frei zugänglich auf der Internetseite der Koordinierungsstelle für digitale Dienste zu veröffentlichen, soweit Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse von betroffenen Unternehmen gewahrt werden und die Dokumente keine vertraulichen Informationen oder Informationen aus laufenden Verfahren betreffen.
  12. Die Leiterin oder der Leiter der Koordinierungsstelle für digitale Dienste oder die Stellvertretung nimmt an den Sitzungen teil. Sie oder er muss während der Sitzung jederzeit gehört werden. Der Beirat kann die Anwesenheit der Leiterin oder des Leiters der Koordinierungsstelle für digitale Dienste verlangen, wenn die Stellvertretung der Leiterin oder des Leiters verhindert ist.
  13. Der Beirat berichtet dem Deutschen Bundestag jährlich über seine Tätigkeit nach Absatz 3 sowie im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle für digitale Dienste und den anderen zuständigen Behörden nach § 12 Absatz 2 und 3.
  14. Die Koordinierungsstelle für digitale Dienste und die anderen zuständigen Behörden nach § 12 Absatz 2 Satz 1 und 3 informieren den Beirat auf Verlangen über den Tätigkeitsbericht nach § 17 hinaus über ihre Tätigkeiten. Dabei sind das Berufsgeheimnis nach Artikel 84 der Verordnung (EU) 2022/2065 sowie Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse zu wahren. Die Information erfolgt in der Regel in den Sitzungen des Beirats.

Digitale-Dienste-Gesetz mit letzter Änderung vom 31.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 81).

Aktualisiert zuletzt am 13.04.2026 Zitierweise Druckversion Fehler gefunden?

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Was regelt § 21 DDG Beirat?

§ 21 DDG regelt den Beirat bei der Koordinierungsstelle für digitale Dienste.Die Vorschrift steht am Ende von Teil 5 des DDG und betrifft damit die Durchführung der Verordnung (EU) 2022/2065, also des Digital Services Act.

  • Bei der Koordinierungsstelle wird ein Beirat eingerichtet. Er hat 16 Mitglieder: vier aus der Wissenschaft, acht aus der Zivilgesellschaft einschließlich Verbraucherverbänden und vier aus Wirtschaftsverbänden. Unternehmen selbst dürfen keine Mitglieder sein.
  • Die Mitglieder sollen besondere fachliche Erfahrung oder wissenschaftliche Kenntnisse zu digitalen Diensten haben. Sie werden vom Deutschen Bundestag vorgeschlagen und für die Dauer der Wahlperiode vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr berufen.
  • Der Beirat soll die Koordinierungsstelle und die weiteren zuständigen Behörden in Grundsatzfragen der Anwendung und Durchsetzung des DSA beraten, allgemeine Empfehlungen für eine wirksame und einheitliche Durchführung anregen und wissenschaftliche Fragen, besonders zum Umgang mit Daten, einbringen.}
  • Die Mitglieder sind unabhängig, nicht weisungsgebunden und nur dem öffentlichen Interesse verpflichtet. Der Beirat gibt sich eine Geschäftsordnung, wählt Vorsitz und Stellvertretung und wird durch eine Geschäftsstelle der Bundesnetzagentur unterstützt.
  • Die Sitzungen sollen mindestens vierteljährlich stattfinden. Sie sind grundsätzlich öffentlich, und Berichte, Empfehlungen, Gutachten oder Positionspapiere sollen veröffentlicht werden, soweit keine Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse, vertraulichen Informationen oder laufenden Verfahren entgegenstehen
  • Außerdem berichtet der Beirat dem Deutschen Bundestag jährlich über seine Tätigkeit. Die Koordinierungsstelle und die weiteren zuständigen Behörden müssen ihn auf Verlangen zusätzlich informieren, allerdings unter Wahrung des Berufsgeheimnisses und von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen.

Praktisch bedeutet das: § 21 DDG schafft kein neues Verbot und keine unmittelbare Pflicht für Nutzer oder Plattformen. Die Norm richtet vielmehr ein unabhängiges Beratungsgremium ein, das die deutsche DSA-Aufsicht fachlich begleiten, breiter absichern und transparenter machen soll.

Vereinfachte, nicht rechtsverbindliche Zusammenfassung von § 21 DDG Beirat. Maßgeblich ist ausschließlich der amtliche Gesetzestext.